Robert Winter

Ein Mittel um sich zu verändern ist zu handeln, seinen Körper zu bewegen, sich zu äußern, lebendig zu sein.

JOSEPH ZINKER


Vor Jahren nahm ich als Spieler in einer Theatergruppe an einem Workshop teil, der mit Bewegung begann. Ich war verblüfft über das Wohlbefinden, das sich bei mir einstellte und erinnere mich noch, wie ich dachte: „jeden Tag so eine Bewegungsrunde und mir geht es richtig gut“. Das war nicht Sport, das tat nicht nur dem Körper gut, sondern auch der Seele – eine frühe Erfahrung der Einheit von Körper, Emotionen und Geist.

In diese Richtung verspürte ich immer wieder Sehnsucht, auch wenn mein Weg mich zunächst in andere Richtungen führte. Der Sehnsucht folgend habe ich mich umgeschaut bei TaiChi, Kung Fu, beim Tanzen, Singen und Tönen und bei Gestalt-Therapie.

So habe ich Yoga entdeckt, einen Ansatz, der die Einheit von Körper, Atem und Geist betont. Und was ich auf meinem Weg gefunden habe sollte seine Gültigkeit behalten. Bei meiner Beschäftigung mit Gestalttherapie beeindruckte mich der Satz: „Der Therapeut ist der Steigbügelhalter für den Klienten“. In der Yogatradition heißt das: Der Lehrer ist wie der Reisbauer, der den Damm öffnet, so dass das Feld zur richtigen Zeit bewässert wird … der Reis wächst dann von alleine.

Ausgebildet bin ich am Berliner Yogazentrum in Viniyoga der Tradition von Krishnamacharya / Desikachar, einem Yogastil, der Bewegung und Atem präzise koordiniert. Es wird dynamisch und statisch geübt, je nachdem, wie es in die Praxis passt. Große Aufmerksamkeit wird auf die intelligente Komposition der Praxis gelegt. Ein besonderes Merkmal dieser Yogatradition ist die Anpassung an die Bedürfnisse der Gruppe oder der Einzelnen. Aus diesem Grund ist diese Art zu üben auch für individuelle Therapie geeignet.

Der Blick über den Gartenzaun hat mich schon immer fasziniert. So hat es mich in eine somatische Ausbildung an der Somatischen Akademie Berlin gelockt. Dort konnte ich mich ausführlich in den Nachbargärten umschauen und die eine oder andere Frucht findet Eingang in meine Yogaarbeit.

In meinen Yogakursen werden wir gemeinsam zu Körperforschern und begeben uns auf eine Reise. Jeder hat sein eigenes Ziel und der Weg folgt keinem starren Schema. Ich bin ein kompetenter Steigbügelhalter oder Reisbauer, um Balance, Stärke, Leichtigkeit, Entspannung, Gesundheit, Verbundenheit oder Frieden zu finden.

Inspirationen

Andreas Weber – Ein Biologe, Philosoph, Autor, der mehrere Bücher über Lebendigkeit, schöpferische Existenz und erotische Ökologie​ geschrieben hat. „Wir lieben [oft] falsch, weil wir mit dem, was wir für Liebe halten, weder selbst lebendiger werden, noch die Welt lebendiger machen.“
Somatische Akademie Berlin – Ein feiner Ort für verschiedene somatische Praktiken, in Berlin. Hier werden verschiedene Methoden integriert zur Erforschung der bewussten leiblichen Erfahrung als Quelle eines tieferen Verständnisses der Zusammenhänge zwischen den medizinischen, psychologischen, künstlerischen und politischen Aspekten unseres Lebens
Philip Shepherd – Einer meiner liebsten Embodiment-Lehrer. Er schreibt auf seiner Seite klare Worte darüber, was das so hochgejubelte Embodiment ist – und was nicht.
Und er ist Autor wunderbarer Bücher über Embodiment: New Self, New World und Radical Wholeness
Ancient Futures Podcast – Einer der besten Yoga-Podcasts, wie ich finde. Wie lässt sich Yoga-Philosophie für unsere aktuellen Dilemmas anwenden? Welche Rolle spielt kritisches Denken? Ich mag auch das aktzentuierte britische Englisch des Podcast-Hosts Daniel Simpson.
Cornus – schöner Raum für Bewegung und ganzheitliche Praxis in Weißensee mit zwei Standorten: am Mahler im Komponistenviertel und Remise an der Spitze